Der Rat für Kriminalitätsverhütung (RfK)

Mit Einrichtung des bundesweit ersten kriminalpräventiven Rates in Schleswig-Holstein im Oktober 1990 hat ein Paradigmenwechsel in der kriminalpräventiven Arbeit stattgefunden. Kriminalität wird nicht mehr nur als individuelles Fehlverhalten gesehen, sondern auch in ihren gesellschaftlichen Entstehungs- und Bedingungszusammenhängen betrachtet. Im Vordergrund dieser Präventionsstrategie steht nicht mehr das Einwirken auf die Symptome festgestellter Normabweichungen, sondern die Orientierung an den tiefer liegenden Ursachen für das Entstehen von Kriminalität sowie an den gesamtgesellschaftlichen Strukturen, die diese ursachenorientierte Prävention realisieren können. Wegen des signifikanten Lokalbezuges der meisten für Kriminalität ursächlichen Faktoren initiiert und fördert der Rat für Kriminalitätsverhütung Schleswig-Holstein (RfK) die Gründung kommunaler Präventionsräte als Netzwerke der Kommunikation und der Kooperation zwischen der Polizei, der Kommunalpolitik und -verwaltung, den sozialen Diensten, freien Trägern und anderen Akteuren. In diesen kommunalen Präventionsräten steht die Koordination und Vernetzung bereits vorhandener Initiativen und Projekte mit dem Ziel der Entwicklung einer umfassenden Gesamtkonzeption und -strategie im Vordergrund.

Mit dieser Zielsetzung unterstützt der Rat für Kriminalitätsverhütung Schleswig-Holstein die Kommunen auch in ihrem Engagement gegen den Rechtsextremismus, indem er finanzielle Unterstützung für die Durchführung entsprechender Maßnahmen und Projekte mit Inhalten rechtsextremistischer (Gewalt)-Prävention leistet.

Zur Aufklärung über die Gefahren des Rechtsextremismus führt der Rat für Kriminalitätsverhütung darüber hinaus länderübergreifende Fachtagungen durch und veröffentlicht Präventionskonzepte, u. a. „Rechtsextremismus und Gewalt im Jugendalter“, „Rechtsextremismus (ohne) mein Kind“ sowie die Unterrichtshilfe für Pädagoginnen und Pädagogen „Rechte Sprüche in der Klasse“. 

Seit 2009 beteiligt sich das Land Schleswig-Holstein am Bundesprogramm „kompetent. für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus“, das 2011 in das Folgeprogramm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ überführt wurde. Für die organisatorische und inhaltliche Umsetzung des Programms wurde beim Rat für Kriminalitätsverhütung Schleswig-Holstein eine Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus eingerichtet.

Seit Mitte 2013 ist der Rat für Kriminalitätsverhütung zudem mit der Umsetzung des Landesprogramms zur Demokratieförderung und Rechtsextremismusbekämpfung beauftragt. Mit dem Programm sollen die demokratische Zivilgesellschaft, Demokratie- und Toleranzerziehung, soziale Integration, interkulturelles und interreligiöses Lernen, antirassistische Bildungsarbeit, kulturelle und geschichtliche Identität sowie die Bekämpfung rechtsextremistischer Bestrebungen bei jungen Menschen gestärkt werden. Damit ergänzt das Landesprogramm die Maßnahmen des Programms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ der Bundesregierung, insbesondere in den Bereichen Prävention, Fortbildung und Demokratiepädagogik zur Stärkung demokratischen Handelns im Alltag („Alltagsdemokratie“).